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S-Bahn fahren als Erlebnisfahrt

Dass die Österreichische Bundesbahnen nicht allzu viel von Pünktlichkeit hält, dass haben mittlerweile wahrscheinlich viele Bahnkunden bitter zur Kenntnis nehmen müssen. Auch dass der Fahrplan nicht besonders kundenfreundlich gestaltet ist und viele Verbesserungswünsche bestehen, ist vielen klar. Doch Schnellbahn fahren in Wien kann zum besonderen Erlebnis werden. Das besondere Erlebnis der heutigen Fahrt: Die S-Bahn wurde zur Sardinenbüchse…

Bereits in den Sommermonaten, in denen die Station Wien Südtiroler Platz wegen Bauarbeiten gesperrt wurde und dadurch viele Züge ersatzlos gestrichen wurden, waren die Zuggarnituren in den Morgenstunden oft voll bis sehr voll. Trotzdem standen täglich zu mehreren Abfahrtzeiten nur Kurzzüge zur Verfügung.
Heute wurde der Fahrkomfort nochmals erhöht. Die ÖBB schickte in den Morgenstunden einen Kurzzug ins Rennen. Das besondere Schmankerl allerdings war, dass der Zug davor wegen einer Betriebsstörung ausgefallen war. Um das Klima noch ein wenig weiter anzuheizen, gab es heute, laut Durchsage des Zugführers, zusätzlich eine Störung im Bahnhof Wien Meidling und deswegen längere Aufenhalte zwischen den Stationen. Dementsprechend war die heutige einfache Zuggarnitur zum Bersten überfüllt. Als Entschädigung gab es dafür kostenlos feine Gerüche, dichtes Gedränge, verständlicherweise angefressene Bahnkunden und lange Wartezeiten in den Bahnhöfen durch mühsames Aus- und Zusteigen der Fahrgäste. Das nennt man dann bei den ÖBB wahrscheinlich Erlebnisfahrt der besonderen Art.

Es bleibt nur zu wünschen übrig, dass die ÖBB sich im Bezug auf Pünktlichkeit ein wenig an die japanische Kultur anpasst. Die Tagesschau berichtet, dass die Verspätung der Züge dort im Durchschnitt sechs Sekunden beträgt, trotzdem gibt es den Ehrgeiz sich weiter zu verbessern. Allerdings so übertrieben wie in Japan, mit harten Strafen für den Zugsführer bei Verspätungen, muss es auch wieder nicht werden.

Stimmverliebt

Derzeit gibt es auf der Stammstrecke der Wiener Schnellbahn ein großes Hindernis. Die Station Südtiroler Platz wird umgebaut und dafür ist für zwei Wochen diese Station gesperrt. Deswegen muss man in der Station Südbahnhof umsteigen. Nervig für den täglichen Pendler aber akzeptabel ist es, dass das mit allen Informationen in jeder S-Bahn Garnitur angesagt wird. Heute jedoch war ich scheinbar mit einer besonders in ihre Stimme selbstverliebte Zugbegleiterin (früher auch Schaffner genannt 😉 unterwegs. Zwischen jeder Station hat sie ihr Sprücherl wieder dem netten Fahrgast mitgeteilt. Hätte es nicht, wie an den anderen Tagen üblich, mit einer Ansage gereicht?