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Licht und Schatten bei der ÖBB

Uwe Mauch fährt jedes Jahr mehr als 30.000 Kilometer mit der ÖBB. Doch abseits der Westbahn Strecke läuft nicht immer alles so rund, wie er es sich wünschen würde.

Aber vermutlich habe ich insgesamt einfach nur Pech: Denn meine private Pünktlichkeitsstatistik deckt sich so gar nicht mit jener der ÖBB. Und so sitze ich nur bei jeder dritten Fahrt in jenen 99 Prozent der Züge, die laut ÖBB auf die Minute pünktlich unterwegs sind.

Tatsächlich bemüht sich die ÖBB eines kleinen Tricks, denn sonst würden wohl weit mehr als 50% der Züge mit Verspätung unterwegs sein. Wer sich die Pünktlichkeitsstatistik ansieht, wird erkennen, dass die ÖBB Züge mit bis zu fünf Minuten Verspätung als Pünktlich darstellt. Damit ist die österreichische Bundesbahn laut eigenen Angaben die pünktlichste Bahn innerhalb der EU.

Aber schon unser Nachbarland Schweiz ist pünktlicher und das mit einer verringerten Differenz von bis zu drei Minuten. Doch wer wirklich pünktlich mit der Bahn fahren will, der wird wohl nach Japan auswandern müssen.

Bei den japanischen Japan Railways (JR) gilt bereits eine Verspätung von 1 Minute als Unpünktlichkeit die angesagt wird. Verspätungen von mehr als 30 Minuten kommen so selten vor, dass sie Thema in den Hauptnachrichten sind. 2004 schaffte die JR Central eine Verspätung auf der Tōkaidō-Shinkansen von lediglich 0,1 Minuten/Zug, Naturkatastrophen mit eingerechnet.

Onlinebuchung bei der ÖBB

Schon mal probiert ein Ticket bei der ÖBB online zu buchen? Das System ist für mich mit weitem Abstand das schlechteste, das ich jemals erlebt habe. Es ist für einen Laien vollkommen undurchsichtig und nur mit sehr viel Mühe und Zeitaufwand überhaupt durchschaubar. Das kann sich nur der staatliche Monopolkonzern leisten. Besser man geht für seinen Fahrschein auch weiterhin gleich direkt zum Schalter am nächsten Bahnhof mit Vorverkauf. Eine Ticketbuchung für einen Flug ist dagegen ein Klacks.

S-Bahn fahren als Erlebnisfahrt

Dass die Österreichische Bundesbahnen nicht allzu viel von Pünktlichkeit hält, dass haben mittlerweile wahrscheinlich viele Bahnkunden bitter zur Kenntnis nehmen müssen. Auch dass der Fahrplan nicht besonders kundenfreundlich gestaltet ist und viele Verbesserungswünsche bestehen, ist vielen klar. Doch Schnellbahn fahren in Wien kann zum besonderen Erlebnis werden. Das besondere Erlebnis der heutigen Fahrt: Die S-Bahn wurde zur Sardinenbüchse…

Bereits in den Sommermonaten, in denen die Station Wien Südtiroler Platz wegen Bauarbeiten gesperrt wurde und dadurch viele Züge ersatzlos gestrichen wurden, waren die Zuggarnituren in den Morgenstunden oft voll bis sehr voll. Trotzdem standen täglich zu mehreren Abfahrtzeiten nur Kurzzüge zur Verfügung.
Heute wurde der Fahrkomfort nochmals erhöht. Die ÖBB schickte in den Morgenstunden einen Kurzzug ins Rennen. Das besondere Schmankerl allerdings war, dass der Zug davor wegen einer Betriebsstörung ausgefallen war. Um das Klima noch ein wenig weiter anzuheizen, gab es heute, laut Durchsage des Zugführers, zusätzlich eine Störung im Bahnhof Wien Meidling und deswegen längere Aufenhalte zwischen den Stationen. Dementsprechend war die heutige einfache Zuggarnitur zum Bersten überfüllt. Als Entschädigung gab es dafür kostenlos feine Gerüche, dichtes Gedränge, verständlicherweise angefressene Bahnkunden und lange Wartezeiten in den Bahnhöfen durch mühsames Aus- und Zusteigen der Fahrgäste. Das nennt man dann bei den ÖBB wahrscheinlich Erlebnisfahrt der besonderen Art.

Es bleibt nur zu wünschen übrig, dass die ÖBB sich im Bezug auf Pünktlichkeit ein wenig an die japanische Kultur anpasst. Die Tagesschau berichtet, dass die Verspätung der Züge dort im Durchschnitt sechs Sekunden beträgt, trotzdem gibt es den Ehrgeiz sich weiter zu verbessern. Allerdings so übertrieben wie in Japan, mit harten Strafen für den Zugsführer bei Verspätungen, muss es auch wieder nicht werden.

Soweit ist es gekommen

Heute Nachmittag bin ich von der S-Bahn Station Praterstern abgefahren. Davor habe ich länger warten müssen, da unsere ÖBB den Abfahrtszeitplan zur Abwechslung wieder mal gar nicht eingehalten hat.

Sprachenvielfalt
Während dieser Zeit wurde ungefähr im Minutentakt in mehreren Sprachen Durchsagen getätigt. Es war weder eine deutsche noch eine englische Ansage dabei.