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Wenn die Verkäuferin eine App wäre

Was wäre, wenn die Verkäuferin beim Bäcker so neugierig wäre, wie die meisten Messenger-Apps auf deinem Handy? Dieser Frage ist das dänische Verbrauchermagazin Taenk nachgegangen – und hat mit versteckter Kamera die Reaktion der Kunden gefilmt.

Stiftung Warentest

Bei vielen digitalen „Helfern“ am Handy stört das hingegen niemanden.

Gefunden bei Mike Kuketz.

Firefox für Android datenschutzfreundlich konfigurieren

Animiert durch den überaus informativen Artikel von Michael, in dem beschrieben wird wie man Firefox für ein Desktopbetriebssystem datenschutzfreundlich konfigurieren kann, möchte ich mit diesem Artikel anschließen und die Konfiguration für das am meisten verbreitete mobile Betriebssystem – nämlich Android – aufzeigen.

Ich empfehle dringend zuerst den oben verlinkten Beitrag zu studieren, da generell wichtige Hintergrundinformationen und empfohlene Voreinstellungen zu den Add-Ons nur dort beschrieben sind.

 

Firefox – Die datenschutzfreundliche Wahl, auch für Android

Download: Firefox für Android.

 

Einstellungen für Datenschutz und Sicherheit

Nach der Installation können gleich im System einige Voreinstellungen getroffen werden. Ins Menü des Browsers gelangen wir immer über die drei vertikalen Punkte in der rechten oberen Ecke des Browsers.

Hier angelangt erreichen wir über den Eintrag „Einstellungen“ die Optionen zur „Privatsphäre“. Für die Aktivitätenverfolgung wählen wir, dass unser Surfverhalten nicht verfolgt werden soll und Cookies erlauben wir zwar, aber nicht für Drittanbieter. Außerdem wollen wir Passwörter nicht speichern. Daher entfernen wir die Häkchen bei Passwörter und Master-Passwort.

firefox_privatsphaerefirefox_sucheinstellungen

Weiters deaktivieren wir in den „Einstellungen“ unter Anpassung > Sucheinstellungen die Funktion „Suchvorschläge anzeigen“ und wählen aus, dass Tabs nach dem Beenden von Firefox nicht wieder hergestellt werden sollen.

Anschließend stellen wir im Menü „Ansicht“ die Plugins auf „Antippen zum Aktiveren“.

Zu guter Letzt deaktivieren wir im Menü „Mozilla“ die drei Punkte der Datenübermittlung an den Hersteller. Daher entfernen wir bei Telemetrie, Absturzmelder und Firefox-Statusbericht das Häkchen.

firefox_tabsfirefox_pluginsfirefox_datenuebermittlung

 

Einstellungen für Verschlüsselungsalgorithmen

Michael schreibt dazu

[…] Was bedeutet das? Wenn wir Firefox per Konfiguration untersagen, als wenig sicher eingestufte Algorithmen zu benutzen, schaltet Firefox auf sicherere Methoden um (falls der Server das unterstützt). Weitere Informationen

Auch in der mobilen Version ändern wir die Einstellungen zu den Verschlüsselungsalgorithmen. In das Menü gelangen wir durch die Eingabe von about:config in die Adresszeile, woraufhin im Browserfenster eine Suchleiste mit dem Eintrag „Einstellungen durchsuchen“ erscheint.

  • Wir suchen nach „des_ede3“ und setzen alle Einträge von true auf false
  • Wir suchen nach „RC4“ und setzen alle Einträge von true auf false mit Ausnahme von security.ssl3.rsa_rc4_128_sha.

firefox_aboutconfigfirefox_des_ede3firefox_rc4

  • Wir suchen nach „seed“ und setzen den Eintrag – falls das nicht ohnehin schon der Fall ist – von true auf false.
  • Wir suchen nach „tls.version“ und setzen den Eintrag version.min von 0 auf 1.
  • Wir suchen nach „dhe_dss“ und setzen die Einträge von true auf false.

firefox_seedfirefox_tls-versionfirefox_dhe_dss

 

Startpage als Standardsuchmaschine einrichten

  1. Wir fügen Startpage zu Firefox hinzu. Dafür klicken wir neben HTTPS auf Installieren und bestätigen die daraufhin folgende Frage nochmals mit „Hinzufügen“.
  2. Anschließend müssen wir nochmals ins Menü wechseln. Dazu wählen wir Menü > Einstellungen > Anpassung > Sucheinstellungen und klicken dort auf den Eintrag „Startpage HTTPS – Deutsch“ und im anschließend erscheinenden Fenster auf „Als Standard verwenden“. Danach können wir das Menü wieder verlassen.

firefox_startpage

 

Vorwort – Bevor wir Add-ons zu Firefox hinzufügen.

An dieser Stelle möchte ich auf folgenden Umstand hinweisen: Jedes Mal, wenn Firefox für Android frisch gestartet wird, werden die installierten Add-ons in den Cache geladen. Bei Geräten mit wenig Rechenpower kann das Starten von Firefox damit etwas länger dauern.

Wenn die Erweiterungen aber erst mal gestartet sind, läuft das Laden von Seiten genauso schnell wie ohne diese. Aber keine Angst: Mit der richtigen Konfiguration ist der Startvorgang auch bei langsameren Handy nach wenigen Sekunden erledigt. Ich denke das ist im Sinne des Datenschutzes vertretbar.

 

HTTPS-Everywhere – Verschlüsselte Verbindungen wo es möglich ist.

Bitte hier entlang zum Download.

 

Adblock Plus – um Werbung und Tracking zu unterbinden.firefox_adblockplus

Hier müssen wir uns entscheiden!

  • Die finale Version friert den Browser solange ein, bis ABP vollständig geladen ist. In meinem Fall waren es mehr als fünfzehn Sekunden bis Firefox tatsächlich betriebsbereit war. Der Download befindet sich hier. Wichtig: Wir wählen den Download für Firefox (nicht den Download für Android, denn dies ist eine Erweiterung für das Betriebssystem im WLAN Betrieb.)
  • Wem diese Startzeit zu lange ist, der kann als Alternative die Beta Version wählen. Wie ABP mitteilt ist das Problem in dieser beseitigt. Diese Version geht allerdings auf Kosten der Sicherheit! Die Lösung liegt nämlich darin, dass ABP im Hintergrund sozusagen „nachgeladen“ wird. Damit ist Firefox zwar sofort einsatzbereit, aber für die erste aufgerufene Seite ist ABP noch nicht am werken. Der Download befindet sich hier. Auch hier sei gesagt, wir installieren die Version „Adblock Plus“. Das ist der erste Eintrag in der Liste. Bitte sich nicht von der Version „Adblock Plus für Android“ verwirren lassen.

Nun schließen wir den Browser (auch als Hintergrundprozess deaktivieren) und nach einem Neustart der Software wechseln wir zu Menü > Extras > Add-ons > Addblock Plus. Den Punkt „Einige nicht aufdringlcihe Werbung zulassen“ wählen wir ab. In den Filterabonnements, wenn nicht bereits ausgefüllt, wählen wir „EasyList Germany+EasyList“. Anmerkung: Im Web finden sich viele weitere Filterlisten. Diese lassen sich aber derzeit (noch) nicht in der Firefox für Android Version installieren.

Nun finden wir im Menü den Punkt „ABP aktiveren“. Hier ein Klick und das Einrichten ist fast abgeschlossen. Anschließend wechseln wir noch auf die browserbasierte Konfigurationsseite und aktiveren Malware-Blockierung, Social Media-Buttons entfernen und Verfolgung ausschalten.

firefox_adblockplus-erweiterung

 

Self-Destructing Cookies

Bitte hier entlang zum Download.

Nach der Installation können über Menü > Einstellungen > Extras > Add-ons persönliche Einstellungen vorgenommen werden. Hier die empfohlenen Voreinstellungen von Michael.

 

Blender

Bitte hier entlang zum Download.

Nach der Installation können über Menü > Einstellungen > Extras > Add-ons persönliche Einstellungen vorgenommen werden. Hier die empfohlenen Voreinstellungen von Michael.

Mehr Datenschutz auf iOS

iPhone und iPad liefern standardmäßig ganz schöne viele Daten „nach Hause ins Apple Land“. Doch zumindest seit iOS 6 können einige davon unterbunden werden. Zuerst einmal sollte man in den „Einstellung“ im Punkt „Allgemein“ => „Info“ => „Werbung“ den Schalter bei „Ad-Tracking beschränken“ auf „EIN“ setzen. Damit unterbindet man, dass Apps die Werbungs-ID verwenden. Apple schreibt dazu:

iOS 6 führt die Werbungs-ID ein, eine temporäre, anonyme Gerätekennung, die Apps verwenden, um Ihnen mehr Kontrolle über den Einsatz von Tracking-Methoden durch Werbefirmen zu geben. Die Werbungs-ID eines Geräts kann jederzeit zurückgesetzt werden. Und wenn Sie festlegen, dass das Ad-Tracking eingeschränkt werden soll, dürfen Apps die Werbungs-ID nicht verwenden, um Ihnen interessenbasierte Werbung zu senden. Zukünftig werden alle Apps die Werbungs-ID verwenden müssen. In dieser Übergangsphase kann es allerdings vorkommen, dass Sie weiterhin interessenbasierte Werbung erhalten.

In einem weiteren Schritt findet man ebenfalls in den „Einstellungen“ unter dem Punkt „Datenschutz“ => „Ortungsdienste“ => „Systemdienste“ (befindet sich in der Liste ganz unten) mehrere Einträge, welche bis auf die „Funknetzsuche“ (zur Verbesserung der Verbindungen) alle deaktiviert gehören. Nur Vielreisende sollten auch den Punkt „Zeitzone einstellen“ aktivieren. Damit wird die Zeit automatisch an die jeweilige Ortszeit angepasst. Welche Daten damit eingeschränkt werden bzw. was sich dahinter verbirgt, wird bei Renato ausführlich erklärt.

Tracking bei Google Maps

Vor einigen Tagen habe ich über das neue iOS App Google Maps berichtet. Dieses bietet auch eine kostenlose Navigation an, die selbst am iPhone 3GS mit deaktiviertem 3G Empfang flüssig läuft. Für das schnelle Laden ist auch die Umstellung des Kartenmaterials von Kacheln auf Vektorgrafik verantwortlich. Google hat volle Arbeit geleistet! Allerdings möchte Google die Standortdaten nicht nur erfassen, sondern diese auch anonym an die eigenen Server schicken. Beim ersten Start der Anwendung wird man um Einwilligung gefragt. Das Hakerl für diese Einstellung ist übrigens standardmäßig aktiviert. Wer das nicht will und beim ersten Start der Anwendung vielleicht zu schnell auf zustimmen geklickt hat, der kann das aber auch nachträglich in einem verstecktem Menü ändern. Dafür klicken wir auf das Personen-Icon in der rechten oberen Ecke und anschließend auf das Zahnrad an der gleichen Stelle. Weiter geht’s mit den Klicks auf „Info, Datenschutz & Bedingungen“, „Nutzungsbedingungen & Datenschutz“, „Erfassung von Standortdaten“. Hier muss der Schieberegler auf AUS gestellt werden.

Informationsmaterial rund um den Nacktscanner

Vor zwei Jahren habe ich den damals in den USA vorgestellten Nackscanner noch in die Rubrik Kuriosum gestellt. Nun wird dieser immer öfter auf den Flughäfen zur Wirklichkeit. Nach dem nur knapp vereitelten Anschlag in einem Flugzeug in den USA in den letzten Wochen werden neben den Flughäfen auch andere Einsatzorte überlegt. Zeit Online beschäftigt sich mit diesem Thema intensiv und präsentiert auf 10 Seiten alle wichtigen Informationen von Gesundheitsfragen, Kosten der Anschaffung bis Schutz der Privatsphäre

Bringen die sogenannten Nacktscanner mehr Sicherheit oder beschneiden sie die Bürgerrechte? Ist die Technik gesundheitsschädlich? Was man über die Geräte wissen sollte.

Neben den USA finden diese Geräte mittlerweile auch schon auf europäischen Flughäfen Verwendung. Die EU berät diesbezüglich gerade eine einheitliche Regel für alle Mitgliedsstaaten. Zumindest auf den österreichischen Flughäfen soll diese Technik noch einige Zeit auf sich warten lassen. Geplant ist derzeit nichts.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Metalldetektoren sollen Nacktscanner auch feste und flüssige Sprengstoffe, Keramikmesser und andere nichtmetallische Gegenstände entdecken. Derzeit werden die Geräte allerdings noch nicht an deutschen Flughäfen eingesetzt, sondern lediglich von der Bundespolizei im Labor getestet. Bisher können diese Nacktscanner Sprengstoff jedoch nach Aussage des deutschen Innenministeriums nicht sicher genug erkennen. Auch die Geschwindigkeit der Kontrollen lasse zu wünschen übrig.

Ein weiterer, das Thema genau durchleuchtender, Artikel ist, allerdings in englischer Sprache, auf infowars.com erschienen. Gerade wichtige Gesundheitsfragen werden hier beleuchtet.

A leading U.S. expert on the biological effects of X-radiation is Dr. John Gofman, Professor Emeritus of Molecular and Cell Biology, University of California, Berkeley. Dr. Gofman’s exhaustive research leads him to conclude that there is NO SAFE DOSE-LEVEL of ionizing radiation. His studies indicate that radiation from medical diagnostics and treatment is a causal co-factor in 50 percent of America’s cancers and 60 percent of our ischemic (blood flow blockage) heart disease. He stresses that the frequency with which Americans are medically X-rayed “makes for a significant radiological impact.”

Die zumindest gesundheitsbedenklichen Röntgenscanner gehören allerdings nicht mehr zum neuesten Stand der Technik. Die Konstruktionsingenieure haben in den letzten Jahren nicht auf der faulen Haut gelegen und einige Alternativen zum Röntgenapparat entwickelt. In der ORF Futurezone werden in einem heute erschienen Artikel alternative Scan- und Durchleuchtungsmethoden präsentiert.

Um den Einsatz von Nacktscannern tobt derzeit eine heftige öffentliche Debatte. Doch in der Diskussion geht es hauptsächlich um vergleichsweise plumpe Geräte älterer Generationen. Auf dem Markt bereits erhältliche Millimeterwellenempfänger können vorbeigehende Personen elektronisch „ausziehen“, ohne dabei aufzufallen oder Strahlung abzugeben. Prototypen, die aus zehn und mehr Metern Entfernung funktionieren, wurden schon Ende 2009 vorgestellt.

Ich finde es schon sehr bedauerlich, dass immer mehr Regierungen und Behörden prinzipiell vom Bösen des Individuum ausgehen. Von diesen Kontrollen gibt es praktisch kein entrinnen. Kann den Menschenrechten, bei der Sammelwut von Verbindungsdaten, Kontrollen aller Art wie zB Kameras in öffentlichen Gebäuden und Eingriffe in die Privatsphäre, überhaupt noch nachgekommen werden? Richtig hat Wolfgang Ambros schon 1974 gesungen: A Mensch möcht´ I bleib´n – Und net zur Numma möchte i werd´n. Allerdings geben wir alle breitwillig für Google, Facebook, Gewinnspiele, Bonuskarten und Co freiwillig unsere Daten an private Firmen weiter. Wollen wir das wirklich?

Ausziehen 2.0

Davon wie, wo und warum Menschen Seelenstriptease betreiben und wo die Risiken im Web lauern.

Trotz Warnungen von Datenschützern und so manch böser Überraschung beim Bewerbungsgespräch, entblößen sich Millionen immer noch ungeniert und leichtfertig in Online-Netzwerken. Warum nur?

Lesetipp: Dazu ein fünfseitiger Bericht auf zeit.de.