Fernkälte

Im letzten Sommer habe ich das erste Mal von Fernkälte gehört. Dabei geht es um eine moderne Technik um Räume zu kühlen, dafür aber nicht die klassische Klimaanlage zu verwenden. Das AKH Wien war das erste große Pilotprojekt von Wien Energie, das auf diese Art der Kühlung umgestiegen ist.

Wien Energie verfolgt den Ansatz, Fernwärme zum Großteil mittels Absorptionskältemaschinen zur Kälteerzeugung zu nutzen. Dadurch werden Stromengpässe im Sommer vermieden und die Wärme, die durch die Abfallbehandlungsanlagen auch in den Sommermonaten vorhanden ist, wird besser genutzt. Die bestehenden Anlagen werden optimal ausgelastet, ohne zusätzlich Brennstoffe einsetzen zu müssen.

Leider ist angedacht Fernkälte in Wien vorrangig nur für Bürogebäude und Serverräume im Businessbereich anzubieten und in der nächsten näheren Zukunft gibt es keine Pläne schnell auch möglichst viele private Haushalte in der gesamten Bundeshauptstadt mit diese umweltschonende Kühlung zu beliefern. Im Artikel Fernkälte aus Müll gegen heiße IT-Anlagen wird auch erklärt, warum das so ist, denn leider können die vorhandenen Radiatoren in den Wohnungen dafür nicht verwendet werden. Sonst gäbe es im Sommer nur noch Kaltwasser in den Wohnungen und Häusern.

Die Fernwärme Wien bietet seit August ein umweltschonendes Kühlmodell an: Abwärme und Energie aus der Abfallbehandlungsanlage Spittelau werden dazu genutzt, Fernkälte zu liefern. Das neue Kühlsystem, das rund 85 Prozent weniger CO2 produziert als herkömmliche Verfahren, ist neben Bürogebäuden auch für Rechenzentren interessant.

Hoffentlich wird Wien Energie trotzdem baldigst eine Lösung dafür finden, um Fernkälte schnell im gesamten Wiener Raum ausbauen und auch den Privatkunden zu einem akzeptablen Preis anbieten zu können. Ich fände es sehr schade, wenn der Ausbau von Fernkälte, ähnlich wie es mir bei Blizznet vorkommt, nur sehr schleppend vorangehen würde.