Vorbild England

Das oft lange Anstellen in Geschäften und Lokalen in Österreich ist schon recht mühsam. Vor allem dann, wenn mehrere Menschenschlangen an verschiedenen Kassen oder Kundenschaltern stehen und man sich mit fast 100%iger Sicherheit an der Reihe anstellt, an der man am längsten warten wird müssen.

England, das Land mit der zuvorkommenden Bevölkerung, hat es hingegen geschafft: In den Geschäften ist es üblich, dass immer nur eine Reihe vor allen Kassen zu finden ist. Drängeln ist hier völlig verpönt. Erst direkt vor dem Schalter oder der Kassa kommt die Aufteilung. Der nächste Kunde geht an den nächsten freien Schalter.

Ich finde dieses System sehr angenehm. Auch bei uns sollten alle Geschäfte diese Idee übernehmen. Egal ob es nun Billa oder Spar ist, McDonalds oder Burger King, H&M oder Intersport, Mobilkom oder irgendein beliebiges anderes Unternehmen.

Nur wenige Unternehmen in Österreich fallen mir auf die Schnelle ein, die ein solch faires System eingeführt haben. Einerseits gibt es hier den Wiener Flughafen in Schwechat. Zumindest im Terminal 1 gibt es, nach Flügen geordnet, je nur eine Schlange vor mehreren Check-In Schaltern. Nur die Business Class wird an einem eigenen Schalter priorisiert behandelt.

Außerdem, auch fair, bieten viele Ämter und neuerdings auch größere ONE Shops das System, dass man beim Betreten eine fortlaufende Nummer zieht und so jeder Kunde der Reihe nach betreut wird.

Ein Gedanke zu „Vorbild England

  1. Michael

    Zwei Beispiele.

    Meine Bankfiliale wurde vor einem knappen Jahr renoviert und das „Alles Glas und offen“-System hat in der ehemals schrulligen Filiale Einzug gehalten. Es wurde die Anzahl der Kassen auf 4 erhöht und siehe da, es gibt ein Schild, das den Wartenden empfiehlt eine Schlange zu bilden, die dann schneller abgearbeitet wird. Es müsst demnach schon grober Zufall sein, wenn tatsächlich vier alte Damen ihr Sparbuchguthaben abheben wollen und das Losungswort nicht mehr wissen. Ich wartete in der Warteschlange Neu und schnell wurde mir klar, dass hier etwas nicht stimme konnte, denn zu findig war der Filialleiter: Es gab eine Warteschlange, die schneller abgearbeitet werden sollte, doch Kasse gab es auch nur eine!

    Die ONE-Shops in Lokalform sind genauso schlecht wie der online Shop des Unternehmens. Wer die Anzahl seiner Freiminuten mit weniger als 23 Klicks prüfen kann, kommentiere diesen Artikel und teile mir mit wie! Das Wartenummersystem in den ONE-Shops ist jedoch ein Schritt ins 19. Jahrhundert. Ja selbst die Post, meine Güte, sogar die Ämter in Wien haben keine Wartenummern mehr! Und dann muss ich in den schlecht klimatisierten, andauernd nach Schweiß riechenden Shops eine Nummer ziehen? Forget it!

Kommentare sind geschlossen.