Neuer Preiskampf am Mobilfunkmarkt?

Gestern hat die RTR, die Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH, die neuen Interconnection Fees vorgestellt. Die Interconnection Fees sind die Kosten, die sich die Mobilfunknetzbetreiber untereinander für das Weiterleiten von Anrufen verrechnen. Bisher ist es so, dass die Preise von der Größe des Netzbetreibers abhängig sind. Nötig wurde eine Neuentscheidung, da der Verfassungsgerichtshof die alte Regelung rückwirkend bis Oktober 2004 aufgehoben hat. Nun werden bereits 2009 alle Netzbetreiber auf die gleichen Interconnection Fees angepasst.

So hat die Mobilkom Austria Anfang 2005 noch 10,86 Cent pro Minute für einen von einem anderen Netz angenommen Anruf erhalten. Derzeit erhält sie dafür noch 7,13 Cent. Bereits ab 2008 wird A1 für eine Verbindung nur noch 5,72 Cent pro Minute bekommen.

Drei hingegen hat als kleinster Netzbetreiber Ende 2004 noch 19,62 Cent für jeden angenommenen Anruf erhalten. Derzeit bekommt Drei immerhin noch 13,90 Cent. Ab 2009 wird Drei, wie auch One und T-Mobile, ein Jahr nach A1 ebenfalls nur noch 5,72 Cent bekommen. Interessant dabei ist, dass Drei nach dem Vorbild der USA überhaupt für die Aufhebung dieser Kosten ist.

Meine persönlich Meinung ist, dass Drei, wenn der neue Vorschlag der RTR so angenommen wird, in wenigen Wochen die erst vor kurzem eingeführten Sixback Tarife ersetzen wird. Denn hier zahlt Drei dem Kunden für jeden angenommenen Anruf 6 Cent pro Minute. Wenn Drei allerdings nicht mehr 13,90 Cent sondern 5,72 Cent erhält, so wäre das nicht mehr rentabel.

Außerdem glaube ich, dass durch die Anpassung der Tarife der Preiskampf am österreichischen Mobilfunkmarkt nochmals stark angeheizt werden wird. Doch noch ist nichts fix, denn bis Mitte Oktober wird dieser Vorschlag noch geprüft und diskutiert.