Zwitter spielen gerne Männchen

Heute begeben wir uns in die Tierwelt: Über 15 Prozent aller mehrzelligen Tiere sind Zwitter. Dazu zählen Regenwürmer, Schnecken und Nesseltiere. Professor Nico K. Michiels vom Zoologischen Institut in Tübingen hat diese Tiere näher erforscht und unter ihnen erstaunliche Brutalitäten entdeckt.

Während in der getrennt geschlechtlichen Tierwelt Männchen untereinander oft wahre Kunststücke vollbringen müssen um um ihre Weibchen erfolgreich zu werben, werden in der Zwitterwelt oft brutalste Kämpfe ausgetragen. Denn unter den Hermaphroditen möchte jeder gerne das Männchen sein. Scheinbar geraten „zweigeschlechtliche Individuen oft in die Sackgasse der Evolution“ wie Prof. Michiels meint.

Eigentlich könnten Zwitter sich einfach jeweils gegenseitig befruchten. Doch stattdessen tragen viele einen Kampf aus, der bei manchen Gattungen sogar bis auf Leben und Tod gehen kann. Alles nur um die eigenen Spermien abzugeben, aber die des anderen nicht aufnehmen zu müssen.

Hier einige Beispiele:

  • Eine gelb-rote Meeresschnecke versucht ihren Partner mit einer narkotisierenden Flüssigkeit ruhig zu stellen.
  • Regenwürmer hingegen spritzen ein Sekret in ihre Partner, welches dessen Gewebe auflöst.
  • Eine kalifornische Schnecke beißt dem Partner den Penis ab, damit dieser nur noch Weibchen sein kann.

Linktipp: Unter diesem Link steht der gesamte sehr interessante Artikel mit Bildern von Herrn Professor Michiels von der Universität Tübingen zum Nachlesen bereit.

Unter den folgenden Links befindet sich weiterer dazu passender Lesestoff: