Das Traurige ist…

folgende Gedanken stammen von jot*be:

Manchmal würd man echt für jemanden alles tun. Leider liegt es dann nicht in der eigenen Macht, ob es überhaupt gewollt ist. Das Leben steckt voller Chancen, aber manchmal sei es einem nicht gegönnt, diese Chancen auszunutzen, Leider – es wäre ansonsten “fast perfekt” geworden…

8 Gedanken zu „Das Traurige ist…

  1. Nimbus der 4.

    Die Frage ist, nicht ob gewollt oder nicht sondern ob ertragen oder nicht.

  2. heute tiefsinning

    Ich glaube, es ist wichtig, dass man für sich selbst „alles“ tut! Das meine ich jetzt nicht im materiellen Sinn! Allzu oft habe ich erlebt, dass derjenige, der für einen anderen „alles“ tut, es nur deswegen tut, um seine innere Leere, seine Selbstzweifel, seine Langeweile übertönt. Viele Menschen glauben, sie wüssten, was für einen anderen zu tun ist, aber wenn man sie auf sich selbst und ihre ureigensten Bedürfnisse anspricht, finden sie keine Antwort.
    „Perfekt“ wird es immer dann, wenn keine Erwartungen mit einer bestimmten Handlung verbunden sind.

  3. Philomenon

    @heute tiefsinnig
    Wenn man ’nur‘ für sich selbst „alles“ tut, kann das egoistische Auswirkungen annehmen. Was hätten wir für ein gesellschaftliches Zusammenleben, wenn jeder nur auf sich schauen und für sich selbst „alles“ tun würde?

    Aber ich weiß was du meinst und irgendwie hast du auch recht. Man selbst ist das wichtigste! Stimmts?

    Vielleicht übertönt man seine eigene Leere damit. Aber es ist besser als Leere fühlen müssen. Oder? – Noch besser wäre es eine Antwort zu finden. OK.

    Was sind den unsere ureigensten Bedürnisse bzw. welche hast du? Was sind denn überhaupt Bedürfnisse? (http://de.wikipedia.org/wiki/Grundbed%C3%BCrfnis) (http://de.wikipedia.org/wiki/Bed%C3%BCrfnis) (http://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bed%C3%BCrfnispyramide) Ich bitte dich um eine erweiterte Definition!

  4. nochmals tiefsinning

    Ein Modell der Persönlichkeit ist das sogenannte „Johari – Fenster“ (von Joe Luft und Harry Ingram), das besagt, dass die Persönlichkeit des Menschen aus 4 Komponenten besteht: a) der Bereich des freien Handelns /Motive für das Handeln sind uns und anderen bekannt
    b) Bereich des blinden Flecks (Handlungen sind nur anderen bekannt, nicht uns selbst (da hinein gehören diverse Tics, die uns gar nicht bewusst sind) c) der Bereich des Verbergens/Dinge sind uns selbst bewusst, sollen aber anderen verborgen bleiben (trifft auf viele geheime Wünsche oder Phantasien zu) und der Bereich des Unbewussten (Kann nur durch psychologische Methoden erschlossen werden. Das betrifft vor allem Prägungen aus der Frühkindheit.
    Es geht darum den Bereich des freien Handelns stetig zu vergrößern; das Wichtigste ist daher sich selbst möglichst gut kennenzulernen.
    Viele Probleme unserer Gesellschaft kommen daher, weil so viele Menschen mit einer großen inneren Wut herumlaufen. Weil sie sich ohnmächtig gegenüber einem Stärkeren gefühlt haben und mit diesem dumpfen innren Gefühl nicht klarkommen.
    Was hätten wir für ein gesellschaftliches Zusammenleben? Ein agressionsfreieres! Ein liebevolleres! ein Ausgeglicheneres! Weil jeder gut zu sich ist und dem anderen nichts beweisen muss. Weil man sich geborgen, angenommen und respektiert fühlt und nicht darauf angewiesen ist, dass einen jemand anderer von außen annimmt und respektiert.
    Wenn jeder spürt, welche Bedürfnisse er hat, Sehnsüchte, Werte usw. dann kann das Zusammenleben besser gelingen!

  5. P.S.

    4: inspired by nochmals tiefsinning
    Muss noch hinzufügen:
    Habe ich alles durch Joe erfahren!
    So lebt nämlich er 😀
    Slainte!

  6. Bibi Blogsberg

    Hi Philomenon,
    Fuer jemanden alles tun wollen, kann ja nur heissen, alles, was dem anderen gut tut. Und wenn nun der andere z.B. Ruhe und Distanz braucht, dann ist die Chance, die man hat, ihm genau das zu gewaehren. Wenn perfekt heisst, alles passiert nur so, wie ich es will und mir wuensche, dann waere die perfekte Welt eine, voll von Milliarden egoistischer Diktatoren. Danke nein. Fuer jemanden alles tun, heisst tatsaechlich sich selbst zuruecknehmen, und das ist wahrlich oft am beschwerlichsten.
    Liebe Gruesse, :-L

  7. tiefsinnig die zweite

    7: inspired by Bibi Blogsberg
    Moral – das hat schon Kant festgestellt – ergibt sich von allein.
    Es läuft immer auf´s Selbe hinaus: Respekt und Achtung vor der Schöpfung. ich bezweifle jetzt mal franko, dass die ungemütlichen Zeitgenossen sich ihres Handelns bewusst sind! ich kenn einen Ungemütlichen (Lehrer haha!) der ist so was von selbstgerecht – da fehlt´s g´hörig an der Achtung vor der Schöpfung (der Einmaligkeit der Individuums!)
    Und dann: Leben ist Veränderung. ich denke, das ganze Leben besteht aus dem Streben, den Bereich des freien Handelns zu vergrößern und die andern drei Felder ständig zu verkleinern.

  8. Bibi Blogsberg

    8: inspired by tiefsinnig die zweite
    Na klar bin ich auch dafuer, freies Handeln zu erweitern und die anderen Fenster moeglichst klein zu halten.
    Ich stimme aber nicht zu, dass Menschen, die sich ihres freien Handelns bewusst sind, auch ein Garant fuer eine bessere Welt sind. Denn wenn Moral – in Deinem Sinne – Achtung vor der Schoepfung bedeutet, dann kann der Grossteil der momentanen Welt einpacken. Denn von Achtung vor Menschenleben, Umwelt, Generationenvertrag etc. ist nicht viel zu merken. Und dennoch glaube ich, viele wissen sehr wohl, was sie da tun. Und tun es trotzdem. Also der Manager (und sein Team natuerlich) der entscheidet, Tonnen von Chemikalien in einen Fluss zu schuetten, dem ist es egal was da passiert. Der hat keine Aengste oder Vorbehalte, der handelt nach seinem wirtschaftlichen Gewissen. Und das genuegt ihm offensichtlich.

    Nach Kant hat jeder Mensch den Massstab der Sittlichkeit in sich – das bezweifle ich. Er sagt ausserdem, der eigene Wille (Vernunft) gebietet die sittlich gute Haltung – das bezweifle ich ebenfalls. Bin aber natuerlich nicht philosophisch geschult, um das widerlegen zu koennen.
    Kant sagt weiters, dass konsequentes moralisches Handeln nur moeglich ist mit dem Glauben an Freiheit, Unsterblichkeit und Gott. Und dem kann ich hinzufuegen, ich kenne Menschen, die glauben an die letzten beiden absolut nicht, und weisen dennoch ein hohes Mass an Moral auf. Also in dem Punkt traue ich mich dem Kant sogar widersprechen. Empirisch beweisbar.
    http://de.wikipedia.org/wik
    Wuensche allen eine philosophisch gute Nacht, Bibi.

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