Kurzes Leben ohne Chance auf Heilung

Wenn die Eltern schon nach der Geburt sicher sein können, dass ihr Kind vor ihnen sterben wird, dann ist das für diese sicher das Schlimmste, was ihnen überhaupt passieren kann.

Progerie nennt sich eine bitter-böse Erbkrankheit, die auf circa 0,1 bis 4 Menschen pro einer Million Geburten zutrifft. Die Patienten leiden an Frühvergreisung, dem Hutchinson-Gilford-Progerie-Syndrom (HGPS), und haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur 13 Jahren. Sie altern fünf- bis zehnmal schneller, als gesunde Menschen. Weltweit sind derzeit ca. 40. Menschen von dieser heimtükischen Punktmutation in einem Gen betroffen. Die Medizin kennt keine Therapie, die diesen Krankheitsverlauf stoppen könnte. Haarausfall, Arterienverkalkung, Osteoporose, Herzinfarkt und Schlaganfall treten bereits im Kindesalter auf, an denen die Patienten wegen Altersschwäche dann auch meist versterben.

2 Gedanken zu „Kurzes Leben ohne Chance auf Heilung

  1. Bibi Blogsberg

    Hi Philomenon, es gab mal eine sehr beruehrende Reportage ueber die betroffenen Kinder, im oesterreichischen Fernsehen. Dabei kamen natuerlich auch Eltern und Kinder zu Wort, und es ist unbeschreiblich, wie sie ihr Schicksal meistern. Da kann man sich nur sehr ehrfurchtsvoll verneigen. Es ist fuer mich auch manchmal unbegreiflich, dass die Medizin in so vielen Bereichen unwahrscheinlich fortgeschritten ist, und manche Krankheiten dennoch nicht zu stoppen oder heilen sind. Die Vorgaenge in der Natur sind schon sehr seltsam.
    Mir faellt auch auf, dass Du montags oft mit einem traurigen Thema beginnst. Ist das Zufall? Ich glaube nicht. Du haettest ja auch ueber die Oscarverleihung schreiben koennen, hast Du aber nicht. Glanz und Vergaenglichkeit, Freude und Leid liegen immer nebeneinander. Das sollte man wahrscheinlich nicht vergessen.
    Wuensche Dir einen angenehmen Wochenbeginn, Bibi Nachdenklich.

  2. marie

    Hallo Phil, ja, Eltern, mit kranken Kindern machen eine Menge durch. Das Leben ist oft bestimmt von Sorge, Arztbesuchen, vielen Ängsten und dem immer drohenden Tod. Progeria ist aufgrund der Exotik der Krankheit immer wieder gerne in den Medien präsent. Aber es gibt so viele unzählige andere, versteckte Leiden.
    Das Kind meiner Nachbarin wurde mit einer Spina bifida geboren. Unzählige Operationen, die nie vorbeigehen, denn jede Wachstumsphase bringt neue Komplikationen. Der Kinderrollstuhl im Hausflur zieht oft die Blicke auf sich, weil er so ein eindringliches Symbol ist.
    Während meiner Jahre im Krankenhaus habe ich unzählige verzagte Eltern gesehen. Und kranke Kinder werden irgendwie so schnell erwachsen, sind so ernst und geduldig in ihrem Leid, daß es einen immer wieder mitnimmt.
    Es ist die Liebe, die die Eltern das alles durchstehen läßt, die starke Liebe zu ihrem Kind, das nicht lange bei ihnen sein wird. Davor ziehe ich den Hut….

Kommentare sind geschlossen.