Das Denken über die Liebe zwischen Frau und Mann

Wieder habe ich, von einer Frau geschrieben, gelesen, wie Frauen sich vorstellen, wie das Leben ablaufen soll. Da steht: „Frauen sind dazu da, dass ihr Männer Euch den Kopf über sie zerbrecht.“

>>Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden.<< Oscar Wilde (Infos) (Zitate)

Das ist (wahrscheinlich) korrekt. Wir können nicht alles verstehen, was ihr wann wo und warum tut. Auch ihr tut euch bei uns manchmal schwer. Frauen denken komplizierter. Sie denken vielleicht auch oft weitblickender und oft wird auch in Männeraussagen etwas hineininterpretiert, was gar nicht gesagt bzw. nicht so gemeint wurde. Männer hingegen wissen oft nicht, was Frauen jetzt eigentlich wollten.

Aber: Wisst ihr Frauen, auch wir Männer wollen Liebe empfangen. Auch wir Männer wollen, dass die Partnerin lieb zu uns ist. Auch wir Männer wollen, dass ihr Frauen euch mal Gedanken über uns macht und euch um uns bemüht.

7 Gedanken zu „Das Denken über die Liebe zwischen Frau und Mann

  1. Carinchen

    Lieber Phil!
    Ich denke du hast Recht! Aber ist es nicht so, dass Frauen gerne Liebe schenken und sich sowieso den ganzen Tag Gedanken über Männer machen? (naja, die meisten zumindest.)
    Das Verständnis zwischen Mann und Frau war schon oft ein Problem und auch die unterschiedliche Denkweise, aber einer wahren Liebe kann selbst das nicht im Weg stehen… 😀

  2. Philomenon

    Ja mein liebes Carinchen! Schön auch mal hier von dir zu lesen. 😉 Wie andere Männer denken, das weiß ich selbstverständlich nicht. Aus meiner Sicht glaub ich nicht, dass Männer eh nicht an/über Frauen (nach)denken und Frauen sich so oft den Kopf über Männer zerbrechen. In meinem Kopf erlebe ich alles ganz andersherum! Ja, es gibt Männer, die sich das Beste für kurze Liebschaften herauspicken, ihren Spaß haben wollen und denen das Gegenüber eigentlich egal ist und diese dann fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Aber das gibts auch bei den Frauen. Es gibt Menschen, bei denen die Einstellung ‚Aus den Augen, aus dem Sinn‘ heißt. Ich glaube nicht, dass das die richtige Einstellung zur Liebe ist. Das erinnert mich an das Lied „Das Spiel“ von „Annette Louisan“, welches ja seit einigen Wochen in den deutschen Fernsehsendern als Tipp der Woche promotet wird und in den Charts stark im steigen ist. Es ist ein nettes Lied, aber nicht der Weg, den ich gehen möchte.

  3. marie

    Phil, da könnte etwas dran sein, daß frau sich bei der ständigen Beschäftigung damit, ob und ggf. wieviel sie an Liebe vom Mann bekommt, verliert und ganz vergißt, Liebe zu schenken…
    Aber halt.
    Eigentlich ist es ja so, daß dieser Kreislauf erst dann in Gang gesetzt wird, wenn irgendetwas nicht funktioniert. Wenn eine Frau nicht genug Liebe in ihrer Beziehung spürt, dann wird sie unglücklich, grüblerisch und dann nehmen die Gedanken an das, was sie bekommen möchte, überhand und darüber vergißt sie, daß sie auch etwas geben muß und auch möchte.
    Wenn man das empfängt, was man braucht, um sich in einer Beziehung gut und angenommen zu fühlen, dann kann man auch viel geben.
    Und so ist es nicht nur in der Liebe. Nur hier sind wir eben am empfindsamsten und ein Mangel wird uns schmerzlich bewußt.

  4. Carinchen

    2: inspired by Philomenon
    Alles, was du da schreibst, ist wahr! Schön, dass es Männer mit dieser Einstellung gibt… Ich glaube, wenn ich jetzt anfangen würde über meine Einstellung zur Liebe zu schreiben, würde ich ewig brauchen. 😉 Naja, aber wie schon gesagt bin ich eh deiner Meinung. Ja, die Liebe ist halt etwas gaaanz Besonderes!

  5. Philomenon

    4: inspired by Carinchen
    Liebes Carinchen! Vielleicht findest du ja doch einmal Zeit mir mehr dazu zu erzählen.

    3: inspired by marie
    Liebe Marie! Ich verstehe was du meinst. Und damit kommen wir zu meinem Eintrag ‚Liebe ist…‘ (http://blog.philomenon.net/…)
    Oft kommt es mir aber vor, dass man in eine Beziehung mit dem (fast schon Vor)satz geht: Ich bekomme ohnehin von nichts genug und merke das gleich überall an. Oder es wird dazu benutzt (also niedergeschrieben) um mitzuteilen, dass Frauen ja immer noch „überall“ unterdrückt werden und auch in der Liebe sich immer alles nur um Männer dreht und der einzige Zweck von Frauen ist, dass sie sich um Männer kümmern sollen und man das Anprangern möchte. So ist es aber nicht. Das wäre Hörigkeit. Die gibt es sowohl unter Männern als auch unter Frauen. Gehört aber nicht an diesen Platz.
    Natürlich machen sich manche Menschen mehr, manche Menschen weniger Gedanken. Natürlich kann man oft an den ‚Falschen‘ gelangen. Aber die, die an den ‚Richtigen‘ gelangen, die werden das wahrscheinlich nicht schreiben bzw. sich Gedanken darüber machen.
    Ich glaube, dass auch wenn der eine Mensch zu seinem Partner lieber ist/wäre als irgendein anderer Mensch zu einem anderen, man sich trotzdem ab und zu Gedanken dazu macht. Man kann seiner Liebsten auf unerdenklich vielen Varianten sagen und zeigen, dass man sie liebt. Trotzdem finde ich es in Ordnung, wann man ab und zu darüber nachdenkt? Nur wenn man zu viel darüber nachdenkt, dann wird es kritisch.
    Aber noch kurz zurück zum Richtig und Falsch. Im Nachhinein kann man sagen: Das war der falsche Partner. Doch im Moment, wo man mit dem einen oder anderen zusammen kommt, ist es der Richtige. Viele Menschen fangen sich oft was mit Menschen an, die nicht die große Liebe sind. Die eher als „Überbrückung“ gedacht sind. Trotzdem ist es in einer gewissen Weise zu dieser Zeit die/der Richtige.

  6. marie

    @Philomenon
    Ich stimme Dir vollkommen zu, Phil, und es ist schön zu lesen, daß Du Dir so viele Gedanken machst.
    Ich glaube, daß wir uns in der Liebe viel zu sehr von unseren äußeren Wertvorstellungen verleiten lassen, richtig, falsch, Recht, Unrecht, Schuld, Unschuld, Dominanz, Unterdrückung. Ich habe ja viel über die Liebe geschrieben im letzten Jahr und mir vieles dazu gedacht.
    Ergänzend ist mir noch folgendes eingefallen, was mir mal eine Dame aus dem Beratungsmetier sagte:
    Wir Menschen tragen immer eine Geschichte mit uns herum und die Dynamik innerhalb der Beziehungen verlangt es oft, daß wir uns irgendwie verbiegen. Die Geschichte der beiden Partner ist manchmal dergestalt, daß die Beziehung nur dann funktionieren kann, wenn sich einer von beiden bis zur Strapaziergrenze verbiegt und irgendwann rebelliert er dagegen. Ob nun „richtig“ oder „falsch“, for a season or for a lifetime, man weiß es ja im vorhinein nicht wirklich, aber das Gefühl des Ungeliebtseins oder der Unterdrückung ergibt sich auch aus dem verbogenen Leben….

  7. Bibi Blogsberg

    Lieber Philomenon, Dein letzter Absatz hat mich sehr beruehrt. Weil ich denke, genau das wuenschen sich die meisten Menschen in jedem Alter. Aber unsere mitteleuropaeische Gesellschaft laesst dies nicht wirklich zu. Im Berufsleben muessen wir alle hart sein, klar strukturiert, effizient, dynamisch, kaempferisch, Zahlen und Fakten muessen stimmen, alles ist ein grosse Show, das Motto stets „traue keinem“; und im Privatleben soll ploetzlich die ehrliche Liebe, die reinste Form von Empfindung an erster Stelle stehen? Wie soll das gehen? Das wuerde bedeuten, taeglich gelebte Schizophrenie. Das wollen und koennen die wenigsten. Und da wir mehr Zeit am Arbeitsplatz verbringen als zu Hause, siegt meistens nicht die Liebe.

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