gebundene Freundschaften

Freundschaften sind ein wichtiges Element im Leben eines jeden Menschen. Es geht zwar auch gut ohne sie, aber es ist doch viel schöner mit ihnen. Komisch ist aber, dass manche Freundschaften sehr auf Fixpunkte gebunden sind oder scheinen. So lernt man zum Beispiel über Freunde, nennen wir ihn Maxi, neue Freund, nennen wir ihn Franzi, kennen mit denen man sich auch versteht und gerne in Kontakt bleiben möchte. Manchmal ist es aber so, dass die quasi Freundschaft mit Franzi beendet ist, wenn der Freund Maxi nicht mehr ist. Egal ob Maxi nun verzogen oder verstorben ist oder ob die Freundschaft einfach nicht mehr so innig ist, wie sie war. Oft bemüht man sich trotzdem mit den Franzis befreundet zu bleiben, aber diese sind kurz angebunden oder haben einfach keine Zeit mehr. Wenn man sie dann wieder sieht, schieben sie es auf den Gegenüber. Ich finde schade, dass so Freundschaften manchmal zerbrechen. Freundschaften sollten nicht gebunden sein und schon gar nicht auf andere Menschen oder Freundschaften. Befreundet sollte man mit einem Menschen sein, weil man mit ihm gerne befreundet sein möchte. Wahrscheinlich war es von den Franzis keine Freundschaft sondern eine Scheinfreundschaft oder einfach nur eine Bekanntschaft. Man wollte halt mit dem Gegenüber gut auskommen wegen des Willen des Maxis. Schade. Wie ist es aber nun, wenn man mit den Maxis wieder intensiveren Kontakt pflegt irgendwann. Dann sind die Franzis wahrscheinlich plötzlich wieder zur Stelle. Ist das dann Freundschaft? Nein, es ist nur eine Bekanntschaft. Es kann sich aber trotzdem noch eine Freundschaft daraus entwickeln. Sag niemals nie. Postive Einstellung ist immer gut und wichtig. Ab wann ist eine Freundschaft überhaupt erst eine Freundschaft?.

5 Gedanken zu „gebundene Freundschaften

  1. blanca

    … ich glaube, das ist etwas, was jeder für sich aus dem bauch heraus entscheiden muss – und was für dich eine freundschaft ist, ist selbst dann für den gegenüber vielleicht nur eine bekanntschaft … solche erfahrungen wie du sie beschreibst, macht man immer mal wieder …
    bei mir dauert es lange, bis jemand vom „guten bekannten“ über „sehr guter bekannter“ bis hin zum „guten freund“, „besten freund“ oder gar „bestesten freund“ wird – das hat was damit zu tun, wie weit ich den anderen an mich ran lasse, wie weit ich ihn hinter die fassade schauen lasse oder ihn auch hinter die fassade lasse … es hat weniger damit zu tun, wie oft man sich sieht – es ist dieses gefühl beim wiedersehen, dass man denkt der andere war gerade mal fünf minuten weg …

  2. marie

    Ich schließe mich Frau Blanca an, denn auch ich brauche lange, um jemanden als „Freund“ oder „Freundin“ zu bezeichnen. Es ist keine sichtbare, an bestimmten Einzelheiten festzumachende Grenze, die jemand überschreitet, um vom Status „Bekanntschaft“ zu „Freundschaft“ zu wechseln, sondern tatsächlich eine sehr subjektive Angelegenheit, die jeder Mensch für sich selbst definiert.
    Sicher, man kann sich auch täuschen. Vielleicht empfindet man freundschaftliche Gefühle für jemanden, dieser interpretiert das zwischenmenschliche Verhältnis aber gänzlich anders. Das erleben wahrscheinlich den meisten das eine oder andere Mal. Aber auch das gehört zum Leben.
    Vertrauen ist meines Erachtens ein wesentlicher Bestandteil von Freundschaft. Wenn ich jemandem vertrauen kann, ihm mein wahres Ich offenbaren kann und ihm vertraue, daß er die preisgegebene Verletzlichkeit nicht mißbraucht, dann nenne ich das Freundschaft..

  3. friend of bibi

    Hallo, Phil!
    Ich verweise auf den Eintrag bei Bibi Blogsberg über Freundschaften. Dort meint sie „Friends are for a reason, a season or a lifetime“ Das war einer der wichtigsten blog-einträge der letzten Monate!
    so wie du es beschreibst klingt es, als wäre Franzi eben ein friend for a season gewesen und nach dem Dahinsscheiden von maxi war die season over. So was tut weh, muss aber akzeptiert werden.
    Zu mir haben sie früher gesagt „better to have loved and lost than never to have loved“ In Abwandlung würde ich das heute noch bestätigen: Better you had a friend and lost him, that you never had a friend.
    Sei nicht traurig, dass Franzi nicht mehr da ist , Fritzi wartet schon!

  4. Bibi Blogsberg

    Ich stimme natuerlich der Meinung zu, dass man Freundschaft nur sehr individuell und persoenlich definieren kann.
    Zum konkreten Fall glaube ich, Du hast die Antwort schon in Deiner Ueberschrift gegeben, dass Franzi wahrscheinlich die Freundschaft mit Maxi dringend braucht, sozusagen davon abhaengig ist. Und wen Maxi mag, den mag Franzi auch, und wenn Maxi jemand nicht mehr so mag oder bevorzugt, dann hat Franzi Angst, wenn er z.B. weiter intensiv mit Phil befreundet ist, dann koennte das womoeglich dem Maxi missfallen. Und der Franzi kann es sich nicht leisten, Maxis Freundschaft zu verlieren.
    Das bringt mich auf die Idee, dass ein wahrer Freund auch einer mit Persoenlichkeit und Rueckgrat sein muss. Einer mit eigener Meinung und eigenen Gefuehlen, denen er auch folgt.
    Aber da sich Menschen staendig aendern koennen, ist es durchaus moeglich, dass sich Franzi eines Tages von Maxi loest, und das ist dann der Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit …

  5. Philomenon

    Meine lieben Damen!
    Ich danke euch für eure Tipps. Die Frage ist, wo ist die Fassade. Jeder wird auch das wahrscheinlich anders definieren. Der eine möchte nicht einmal seine Hobbies bekannt geben, bei anderen ist die Fassade erst vor privaten Geheimnissen, die er mit seiner Freundin oder sie mit ihrem Freund teilt oder noch später. Für den einen ist man ein Freund, wenn man die Hände schüttelt, für den anderen gilt man erst als Freund, nachdem man schon jahrelang gemeinsam auf Urlaub war.
    Es ist eben alles sehr relativ. Aber man wird sich doch hoffentlich nicht versuchen zu verändern. Man sollte „natürlich“ bleiben. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass ich eine Freundschaft zu jemanden abbreche weil ich eine andere Freundschaft erhalten möchte. Aber ich würde auch keine Freundschaft mit jemanden eingehen, weil ich eine andere Freundschaft „brauche“. Eine Freundschaft kann man nicht brauchen. Man möchte sie gerne wollen. Aber lieber Freund von Bibi, du hast vollkommen recht mit „besser haben und verlieren als nie gehabt haben“.

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