Abgespecktes Windows – Voller Preis

Die europäischen Gerichte haben wiedereinmal ein unnötiges Gesetz verabschiedet. Microsoft hat sich gebeugt und wird ab morgen seine Windows XP Versionen auch ohne Media Player anbieten. Zum selben Preis versteht sich. Ähnliche Verfahren gab und gibt es auch in den USA. Immer läuft es darauf hinaus, dass damit argumentiert wird, dass Microsoft seine Monopolstellung ausnützt. Andere Programme würden damit aussen vor bleiben. Dass jeder User die Möglichkeit hat auch andere Programme zu installieren und zu nutzen, daran denken die Gesetzteshüter anscheinend nicht. Es ist ja nicht so, dass das Betriebssystem ausschließlich nur Software aus dem Hause Microsoft zu lässt. Weiters denke ich ist es für viele Anwender besser, wenn zumindest zu Beginn einmal automatisch irgendein Multimedia Programm verwenden werden kann als sich erst eines herunterladen oder kaufen zu müssen, abgesehen davon, dass sich viele Privatanwender mit Installationen doch schwer tun oder aus Angst etwas falsch oder zu machen nicht durchführen oder aber sich einfach nicht mit Installationen befassen wollen. Viele Benutzer wollen den Computer einfach nur als Anwender verwenden. Es soll einfach „laufen“, was immer es auch sein mag. Das sich dieses Windows gut verkauft, daran glaubt Microsoft nicht.

Spiegel, Computerwelt.

6 Gedanken zu „Abgespecktes Windows – Voller Preis

  1. Michaeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeel

    Lieber Philomenon!

    Ob dieses Gesetz so „unnötig“ ist, wage ich sehr zu bezweifeln. Du argumentierst, dass „jeder Benutzer die Möglichkeit hat auch andere Programme zu … nutzen“, andererseits meinst du, dass sich „viele Privatanwender mit Installationen doch schwer tun“, meinst also implizit, dass es am besten wäre, würde MS eine eierlegende Wollmilchsau, die Betriebssystem, Office-Package und Multimediakübel in einem ist auf den Markt bringen. Nun, dazu einige Gedanken.

    Würde kleine Softwarefirmen nicht die Möglichkeit sehen, mit ihren Produkten ein wenig Geld zu verdienen, gäbe es viele feine Dinge nicht. Google, das mp3-Format, vielerlei wissenschaftliche Software, … die Entwicklung auf diesem Gebiet würde stillstehen.

    Sicherlich, ein paar Bastler würde schon weiterarbeiten, aber keine Firma würde gegründet werden und genau Firmen sind es, die hier mit diesem Gesetz gestützt werden sollen.

    Klar, wenn Windows Media überall drauf ist, dann kann man’s ja gleich nutzen, nur: Bei MS erhält — ich meine das jetzt nicht abwertend — irgendein Inder, der den Player programmiert seine 50 Cent pro Stunde und das war’s. In EU kann vielleicht ein Student eine kleine Firma gründen, die mit drei Programmierern und einer Sekretärin ein kleines Mediaplayerprogramm auf den Markt bringt, welches den fünf Mitarbeitern der Firma immerhin für einige Zeit ein halbwegs vernünftiges Einkommen bringt und somit die EU-interne Wirtschaft in geringstem Maße fördert.

    Die EU beschließt nichts so unnötig wie man es aus nationalen Kreisen gewöhnt ist. Da stehen meist enorme Überlegungsarbeit und Abwägungskriterien dahinter…

  2. Philomenon

    Du hast recht, ganz so habe ich das wohl noch nicht gesehen. Aber du wirst mir ja wahrscheinlich zustimmen, dass es für viele Otto-Normalverbraucher-Anwender doch um einiges komplizierter (und/oder für deren Geldbörse oder Bankkonten kostenintensiver – zum Beispiel wegen benötigtem Techniker) wird, wenn nur mehr das Betriebssystem ausgeliefert werden würde ohne irgendwelcher Zusätze. Ein Otto-Normalverbraucher-Anwender wünscht eben eine eierlegende Wollmilchsau.

  3. MHL

    Also ich will ein stabiles System, keine kränkelnde WoMiSau!

    Der Punkt ist ganz einfach der: Es muss die Möglichkeit geben, ein „reines“ System zu installieren. Es kann nicht sein, dass man — ohne es vielleicht zu wollen — auf jeden Fall mit irgendwelchem Schnickschnack beglückt wird. Wenn ich bei der Win-Installation nur das System draufhaben will, dann soll es so sein. Der Mediaplayer ist nicht das System, drum soller draußen bleiben. Wer ihn dann haben will, der kann ja mittels Windowsupdate das Ding laden!

    Was aber beispielsweise in meinen Augen bei Win fehlt, sind Programme wie: Ein Festplatten defragmentierer, der ordentlich funktioniert, eine eingebaute — funktionierende — Firewall, ein Antivirenprogramm, … Programme also, die wesentlich systemnäher sind als der nutzlose Müll, den man als Solitaire, etc. mitinstalliert bekommt…

  4. otto normal verbraucherin

    @MHL
    Voll ins Schwarze- 100 Punkte!
    Genau das denke ich auch! Von allem ein bisschen (die kränkelnde WoMiSau)das ist unbefriedigend.
    Da mir der letzte Absatz so besonders gut gefällt, kopiere ich ihn in meinen Comment!(Doppelt hölt besser)
    Was aber beispielsweise in meinen Augen bei Win fehlt, sind Programme wie: Ein Festplatten defragmentierer, der ordentlich funktioniert, eine eingebaute — funktionierende — Firewall, ein Antivirenprogramm, … Programme also, die wesentlich systemnäher sind als der nutzlose Müll, den man als Solitaire, etc. mitinstalliert bekommt…

  5. Philomenon

    @Otto Normalverbraucherin
    Dass gerade du das meinst, hätte ich nicht gedacht.

  6. otto normal verbraucherin

    Naja, zugegeben, Solitaire spiele ich etwa 20x am Tag aber niemals mine sweep!
    Mir gefällt der Gedanke des „Antivirenprogamms“ so gut – das dehne ich auf mein ganzes Leben aus!
    Ihc defragmentiere die Lücken in meiner Biographie (die entstanden sind,weil ich weggelöscht habe, was mir nicht so gut gefallen hat) und aktiviere das Antivirenprogramm wenn grantige Leute in meiner Umgebung sind. Das wär´s!!Oder wenn ich wieder einen Fehler machen könnte. Stell ich mir sehr brauchbar vor!

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