Undankbarkeit

Sicherlich passiert es jedem Menschen manchmal, dass er das eine oder andere nicht schätzen kann oder das man das eine oder andere als zu selbstverständlich betrachtet.

Aber es gibt so viele Menschen für die wirklich alles selbstverständlich scheint. Undankbarkeit ist eine Dankbarkeit, die ich absolut nicht schätzen kann. Auch wenn Menschen zu anderen Menschen so sind und ich auch gar nichts damit zu tun hab. Ich halt nur mitbekomme, wies läuft. Ich mag das nicht.

Zum Beispiel werden die Mitarbeiter vieler Firmen manchmal im Jahr (wenn überhaupt) zu einem Abendessen eingeladen. Auch wenn es dem Chef der Firma (aus welchem Grund auch immer) vielleicht gar nichts kosten möge. So finde ich, sollte man trotzdem Dankbar sein und das auch zeigen können. Es kann doch nicht so schwer sein zumindest ein paar liebe Worte zu finden. Oder? Auch wenn die Firmenfeier noch so fad sein sollte und man gar keine Lust zum hingehen hat. Trotzdem ist es eine nette Geste.

Ein anderes Beispiel: Oft übernimmt man für Freunde, Verwandte und Bekannte verschiedenste Erledigungen. Man holt das und bringt ihnen was anderes. Man führt sie nach einem schönen Abend noch nach Hause. Man läd sie ein. Was auch immer. Vielleicht nimmt man sogar noch die Freunde der Freunde mit, und die steigen dann an der gewünschten Stelle aus und sagen nicht einmal auf Wiedersehen geschweige denn von einem Danke.

Wenn man merkt, dass der andere nie dankbar ist, dann sollte man das eine oder andere irgendwann einmal sein lassen.

Dankbarkeit ist eine Charaktereigenschaft, die man meiner Meinung nach unbedingt haben sollte. Oder zumindest daran arbeiten sollte sie ein wenig zu bekommen. Man kann sich viel verscherzen. Oder besser gesagt es kann vieles viel leichter gehen, wenn man einfach nur freundlich und dankbar ist.

11 Gedanken zu „Undankbarkeit

  1. Bibi Blogsberg

    Hi Philomenon,
    finde Deinen heutigen Beitrag sehr interessant. Schoen wieder mal ueber dieses Thema nachzudenken. Ich persoenlich bin sehr gerne freundlich und hoeflich, und finde es selbstverstaendlich, Danke zu sagen. Wenn ich Menschen mit Achtung begegne, faellt das positiv auf mich zurueck, macht mich irgendwie gluecklich und zufrieden, vielleicht auch ausgeglichen. Meine Einstellung zu Dankbarkeit hat sich allerdings im Laufe der Jahre geaendert.

    In meiner Sturm und Drang und Weltverbesserungszeit habe ich mich oft ueber andere und ihre muffigen, ignoranten oder auch nicht vorhandenen Reaktionen geaergert. Aber heute sehe ich das anders. Ich warte nicht mehr darauf, dass es passiert. Wenn jemand dankbar ist und das auch zeigt, dann freue ich mich, aber wenn nicht, auch gut. Ich habe gelernt auch mal nein zu sagen, dadurch komme ich mir nicht ausgenutzt vor. Wenn ich jemandem einen Gefallen tue, dann weil ich das will und fuer gut befinde, egal ob der andere das zu schaetzen weiss. Ich bin davon ueberzeugt, dass alle unsere Verhaltensweisen letztendlich auf Erziehung und Sozialisation zurueckzufuehren sind. Manche Menschen hatten einfach nicht das Glueck, dass es ihnen jemand beigebracht und vorgelebt hat, wie es ist respektvoll miteinander umzugehen. Ich nehme die Muffel nicht in Schutz, aber ich meine, sie tun es (mehrheitlich) nicht aus boeser Absicht, sie wissen einfach nicht, wie’s anders geht.

    Stimme Dir absolut zu, dass man immer an seinem Charakter arbeiten kann, und in diesem Sinne, sollten wir vielleicht unsere “guten Taten” nicht einfach bleiben lassen, sondern manchmal die “unwissenden Muffel” auf ihr Manko hinweisen, sie darauf ansprechen, und wenn’s uns wichtig ist, auch nachfragen, warum sie Dankbarkeit nicht zeigen koennen/wollen.
    Ich bin Dir jedenfalls fuer diesen heutigen anregenden Beitrag sehr dankbar. Bis bald, Bibi.

  2. BE:ER

    Man mag ja dankbar sein für das Firmenabendessen, und ich bin es auch…

    Ich habe dies vor dem chef auch zum ausdruck gebracht, was ihn sichtlich erfreut hat, dennoch kann diese nette geste von IHM nicht darüber hinwegteuschen, was er für einen charakter hat, und wie es zeitweise (seinetwegen) auf gewissen seminaren zuging…

    Ich bin dankbar für das gute essen, und für das geld das ich erhalte, aber es wiegt die nachteile dieses jobs auch nicht recht auf…

    ER bezahlt manche Leute echt schlecht, und ich weiß was man bekommt wenn man das ganze schwarz macht… (das Zehnfache des Anfangsgehalts…)

    oder seine anforderungen…

    seine aggresivität bei problemen,

    sein herablassendes verhalten manchmal..

    Du entschuldigst also wenn sich meine dankbarkeit (Feier und Weihnachten ausgenommen) in Grenzen hält…

  3. Philomenon

    2: inspired by Bibi Blogsberg Liebe Bibi! Ich glaube, dass man sich schon Dankbarkeit erwartet und das eine oder andere sonst sein lässt. Für dich etwas krasser erklärt. Zum Beispiel wenn du einem Freund beim Übersiedeln hilfst. Egal ob du ihm nur mal schnell ein paar Kisten rausträgst oder ob du ihm mehrere Stunden lang alles ordnest und verpackst. Wenn der dann nicht einmal „Danke“ sagt dann würdest du es das ein weiteres mal nicht wieder tun. Oder doch? Oder stelle dir mal vor. Du borgst dein Auto einem Freund oder einer Freundin. Sie fährt den ganzen Tag lang rum und stell dir das Auto dann mit leerem Tank zurück. Wenn er dir nicht überhaupt nur den Schlüssel ins Postfach schmeisst sondern dir diesen wenigstens in die Hand drückt und von zumindest einem „Danke“ keine Spur ist sondern dir gar nichts sagt oder dir den Wagen vielleicht noch verschmutzt zurück gibt. Dann wirst du dich doch hoffentlich doch ärgern. Das kann doch nicht sein. Dass du dir einfach nur denkst „Auch gut – Eben nicht“ Aber wahrscheinlich sagst du jetzt. Da bin ich selber Schuld. Das ist ja gar kein Freund und sowem borge ich mein Auto nicht. Ich weiß im Vorhinein wie der, dem ich mein Auto borge, sich verhalten wird.

    3: inspired by BE:ER Lieber BE:ER! Es war jetzt nicht nur auf ‚diese‘ Firma angspielt. Aber diesbezüglich: Ich bin seit mehreren Jahren auf den Seminaren immer dabei. Über was soll hinweggetäuscht werden? Die Seminare waren doch immer etwas plaudern (immer die gleichen Fragen da nichts rauskam) und etwas körperliche Betätigung. Und viel naja „Freizeit“ wenn man es wollte. Die Leute, die schlecht bezahlt werden sind zum Teil auch selber schuld. Manche haben einen Anfangsgehalt. Wenn diese zum Chef gehen würden und ihn fragen würden für eine Aufbesserung würde er es wahrscheinlch tun. Vorausgesetzt sie bringen auch die Leistung die erwartet wird. Manche von ihnen möchen es aber gar nicht bringen. Manche wollen einfach keine NL oder PS haben. Nur Vorzeigen reicht ihnen auch. Du hast recht. Es wird von uns wirklich viel erwartet. Ich bin jedes mal total fix und fertig. Aggresivität bei Problemen? Er sieht das eine oder andere eben so. Ich glaub es gibt keinen Chef, der genau die Einstellungen in allen Punkt hat, wie du oder ich oder irgend ein Arbeitnehmer es möchte. Was stört dich denn am allermeisten??? Sein herablassendes Verhalten. Ich weiß nicht. Ich glaube, da meintest du eher einen Mitarbeiter als den Chef. Oder?

    Ich glaube es ist besser sich am Guten zu erfreuen als sich am Schlechten zu verzagen.

  4. okasan

    also ich vertrete eine ähnliche Meinung wie bibi blogsberg!
    Mein blickwinkel hat sich mehr von „Dankbarkeit“ zu „Wertschätzung“ verschoben. Achtlosigkeit ist schlimmer als Undankbarkeit, weil es das Selbstwertgegfühl beeinträchtigt.
    Das Beispiel mit der Übersiedlung: Wenn man siedelt hat man den Kopf voll, was man alles vergessen könnte. da kann das Danke schon mal auf der Strecke bleiben. Aber wenn man nur als Helfer engagiert wurde, weil dahinter die haltung steckt „na, der/die macht eh alles“ dann entsteht ein Gefühl der Wertlosigkeit und des nicht „als Person wahrgenommen Werdens“ Das vergiftet die Atmosphäre.
    Zugegeben es ist sehr angenehm, dass ein vielerorts gekannter 7jähriger Spiderman immer laut und deutlich DANKE sagt! Schon als Baby ist Joe der Vorleser mit ihm Straßenbahn gefahren und hat beim Aussteigen gesagt: „So, jetzt sagen wir Danke zu dem Fahrer, weil er uns gut heimgebracht hat“
    Das wiederum bestätigt Bibi mit der Sozialisation.
    Ich jedenfalls bin dir Philomenon mehr als dankbar für anna sans blog!!!!! 😀

  5. Philomenon

    @Okasan
    Wertschätzung ist natürlich auch wichtig. Durch Dankbarkeit zeigt man ja Wertschätzung. Oder? Ich habe damit nicht gemeint, dass man andauernt Danke Danke Danke sagen muss. Man sollte es nur ab und zu wenigstens zeigen. Ich weiß nicht. Wenn mir jemand beim Übersiedeln hilft, dann sag ich wahrscheinlich am Ende Danke. Aber ich würde ihn ganz bestimmt spätestens ein paar Tage danach auf ein Essen oder sowas einladen. Das ist für mich ganz selbstverständlich. Da brauch ich gar nicht lang darüber nachdenken. Das tu ich einfach.
    Eigentlich wollte ich ausdrücken, dass viele Menschen auf dieser Welt vieles als zu selbstverständlich nehmen. Anderes Beispiel: Wieviele Menschen in der ersten Welt sind dafür dankbar, dass es genug zu essen gibt. Auch ich nehme es einfach hin. Aber wenn mein Großvater vor den Mahlzeiten ein kurzes Gebet abhält dann, denke ich wieder daran wie guts mir eigentlich geht. Ich bin dem Herrgott dankbar, dass ich nicht hungern muss.

    Wie soll ein anderer wissen, dass ich seine Hilfe Wertschätze, wenn ich genau nichts sage?

  6. Philomenon

    Denke ich in all den Dingen hier wirklich so falsch?

    Ich bin dafür dankbar, dass ich gesundbin, einen Job hab, für meine Freunde, dass ich nicht hungern muss, dass ich in einer wunderschönen Stadt wohne und so vieles mehr.

    Vielleicht verstehst du unter „Wertschätzen“ das was ich unter „Dankbarkeit“ verstehe. Für mich ist Wertschätzen, dass ich es weiß und Dankbarkeit, dass es auch die anderen wissen. So oder so ählich auf die Schnelle dahingeschrieben.

  7. okasan

    ja,das ist gut möglich dass wir unter „dankbarkeit“ und „wertschätzung“ ähnliches verstehen.
    Für mich ist bei „Wertschätzung“ auch noch Interesse und achtung dabei.
    Sehr beruflich gefärbt: WEnn andere (Kollegen oder Vorgesetzte) glauben, amn tut „eh“ nur ……
    Wir bemühen uns unsere Arbeit gut zu tun, aber sie wird haltungsmäßig von anderen herabgesetzt.
    Sagt die Gesellschaft (Medien, Stammtische) einmal:“Danke, Lehrer, dass du mein Kind gut betreust, wenn es nicht bei mir bist, dass du seine Launen und Schwächen erträgst und tolerierst, dass du auch das schlimmste und am schwächsten begabte Kind nicht fallenlässt und es am nächsten Tag wieder versuchst…….?
    Heißt es nicht eher: „Die Lehrer sind schuld, weil unfähig, weil zu dumm für einen anderen Joe u.v.m.
    Das ist nicht wertschätzend – und von Dankbarkeit ist überhaupt keine Spur!

  8. Philomenon

    @okasan
    Moment einmal – Auf Dankbarkeit, die nicht ehrlich gemeint ist verzichte ich auch. Wenn ich jemanden Dankbarkeit zeige, dann ist das Gefühl der Wertschätzung schon dabei. Wenn wer sagt „Danke und sich eigentlich denkt „So ein Trottel“ dann hast du recht. Vergesst das Danke. Aber wenn ich nur Wertschätze ohne es zum Ausdruck zu bringen, dann wird es der, der wertgeschätzt wird nie erfahren. Und das ist wieder Undankbarkeit. Man kann auch anders danken ohne Danke zu sagen. Ein Strauß Blumen, eine Einladung ins Kino, … Einfach nette menschliche Zuwendung.

    Ich bin nicht der Meinung der Medien. Ich glaube, dass die Erziehung nicht die Arbeit der Lehrer ist sondern die der Eltern. Die Lehrer sind zur Wissensvermittlung da. Auch wenn heutzutage alle anderes glauben. Und für Schüler, die sich nicht benehmen können sollte es irgendwelche Regeln geben. Da will ich aber nicht darauf eingehen. Bezüglich meiner TS-Arbeit gibt und gab es auch oft die Frage intern. Für manche sind wir zu schnell für manche zu langsam. Das ist echt ein schwieriges Thema. Alleine das wäre ein Aufsatzthema.
    Wenn Schüler dumm bleiben, weil sie nicht lernen wollen/können, dann ist nicht der Lehrer schuld sondern die Eltern, da sie die Kinder nicht dazu bringen können zu lernen. Oder vielleicht sind auch die Anlagen nicht da. Nicht alle Menschen sind gleich.
    Das, was die Medien sagen, solltest du dir aber nicht wirklich zu Herzen nehmen. Besser du erfreust dich daran, dass du zwei so überaus tolle Kinder hast, die so gut entwickelt sind. Sie sind vielleicht nicht so 100% wie du es dir wünscht. Aber es gibt keinen Menschen der 100%ig so ist, wie ein anderer es sich wünschen würde. Eltern sind sicher immer sehr gefordert diesbezüglich. Wenn auch nicht alle haben trotzdem viele deiner Schüler viel positives aus deinem Unterreicht bezogen und werden dies später einmal zu schätzen wissen. Leider erfährst du den Dank dann nicht mehr persönlich.

  9. okasan

    @Philomenon
    danke danke danke
    Meine Kinder sind so wie sie sind – genau ausgedacht, wie sie sein sollen, habe ich mir nicht, ich bin wirklich sehr zufrieden.
    Auch meine „hereingeschneiten Töchter“, die Australierin Becky und die japanische Ayako, oder mein Stiefsohn Achim, oder Annas Halbbrüder Heri und Manuel sind bezaubernde und interessante Menschen, über deren Bekanntschaft ich sehr glücklich bin!
    Ah nicht zu vergessen mein französischer Gastsohn Antoine – tatsächlich hat er Dankbarkeit/Wertschätzung eher wenig gezeigt. Das habe ich bei seiner abreise vermisst.
    Es ist alles in allem ein sehr komlpexes Thema……….

  10. Bibi Blogsberg

    @Philomenon
    Hallo! Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich die Diskussion zwischen Dir und Okasan mit grossem Interesse lese, hat ja wirklich philosophische Dimensionen angenommen. Werde ueberlegen, ob Dankbarkeit ohne Wertschaetzung und umgekehrt ueberhaupt moeglich ist, oder das eine nicht das andere bedingt.

    Nun zu Deiner Aussage Phil: “..Fuer Dich etwas krasser erklaert”.
    Na herzlichen Dank, dass Du glaubst, fuer mich braucht’s die Holzhammermethode, um was zu kapieren, dabei hab’ ich Dich eh verstanden. Ich finde es gibt 2 Arten von Freunden
    a) gute Freunde, die meine Erwartungen immer erfuellen und
    b) Freunde, die meine Erwartungen fast nie erfuellen, aber trotzdem gute Freunde sind.
    Mit zweiteren muss ich halt vorher – wenn’s mir wichtig ist – genaue Vereinbarungen treffen, damit ich nachher nicht enttaeuscht bin. Wir neigen wahrscheinlich dazu, besonders bei Menschen, die wir moegen, Vieles zu verzeihen. Ob das gut oder schlecht ist, wage ich nicht zu behaupten. Das muss jeder individuell und ganz persoenlich fuer sich entscheiden.

    Zu Deiner Aussage “..dann wirst Du Dich doch hoffentlich aergern”, sage ich, keine Sorge Phil, ich aergere mich oft und gerne – ueber alles Moegliche und Unmoegliche – und es tut meist supi gut.
    In diesem Sinne verabschiede ich mich ins Wochenende und wuensche Dir eine vergnuegliche Zeit. Liebe Gruesse, Bibi.

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