Lebensglück verlieren

Oft passiert es Menschen, dass sie wegen eigentlich blödsinnigen Punkten ‚das Leben genießen‘ verlernen. Das Lebensglück, dass sie haben ist (vorübergehend) verschwunden. Einfach nicht wieder auffindbar. Was auch immer sie tun. Es hilft nichts. Irgendwas hat sich in deren Köpfen festgesetzt, was nicht verkraftbar ist. Die besten Freunde, die besten Bücher die besten was weiß ich was hilft nicht. Die Seele hat einen knacks abbekommen, dessen Heilung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Oft hat es Jahre oder sogar Jahrzehnte gedauert, bis es soweit gekommen ist, aber plötzlich ist das Gefühl da und bleibt und bleibt und bleibt. Aber es bleibt nicht ohne Folgen. Geist und Körper gehören zusammen. Der Geist ist geknickt. Plötzlich spielt auch der Körper verrückt. Man wird plötzlich krumm, bekommt Rückenschmerzen, man kommt in einen „Dauerschlechtsein-Zustand“, man kann nichts mehr essen. Man wird dünner und dünner. Oder man frisst so viel, dass man immer dicker und dicker wird und droht aus allen Nähten zu platzen. Ein Teufelskreis!

Und dann kommen einem die wirklich armen Menschen in den Sinn. Menschen, die geistig oder körperlich behindert sind. Die sich nicht bewegen können. Die ihr Leben trotzdem hinnehmen und oft besser meistern als ein gesunder Mensch. Kinder, ärmste Kinder, die an Krebs leiden, die in kürze sterben werden müssen und das vielleicht sogar wissen und wahrnehmen müssen. Kinder, denen man den letzten Wunschtraum erfüllen kann. Wo man wirklich eine gute Tat tut, wenn man zum Beispiel an die Make-A-Wish Foundation spendet.

Und dann denkt man sich: „Was hat mein ‚kleines‘ seelisches Leid schon für eine Bedeutung im Verhältnis zu wirklich schrecklichen Fällen? Eigentlich sollte man froh sein, dass es einem eigentlich gut geht. Dass man eigentlich einen gesunden Geist und Körper hat, den man sich oft sogar selber leider falsch programmiert hat. Vielleicht ist das aber auch durch die Eltern, Freunde, die Ex-Freundin, durch Mobbing in der Firma oder einfach dadurch, dass man meint man hat sein Leben falsch gemacht kommt. Man muss ’nur noch‘ mit vollem Elan den Punkt finden, der sein Leben wieder fröhlich macht. Man muss versuchen schlechtes vergangenes zu vergessen. Das ist aber leider leider meist eine verdammt schwere Aufgabe. Eine lange Zeit werden die Wunden immer wieder aufreißen und dem Geist keine Ruhe gönnen. Doch wenn man wirklich will, dann funktioniert es auch. „You can get it if you really want but you must try – try and try – try and try — you’ll succeed at last“

5 Gedanken zu „Lebensglück verlieren

  1. words of wisdom

    guten morgen!
    mir scheint, die Größe oder Tiefe von Problemen zu ermessen, geht nicht über den Vergleich. Eigene Schmerzen werden nicht dadurch kleiner oder weniger stark, weil es jemanden gibt, der auch Schmerzen hat. Empfindungen sind immer subjektiv, können auch nichts anders sein! Manchmal helfen andere Dinge, wie z. B. durch den Schmerz durchzugehen (so wie Tamino und Pamina in der Zauberflöte durch Feuer und Wasser durchgehen)Bei den Buddhisten findet sich diese Anregung: Der mind beobachtet den schmerz des Ego, nimmt ihn wahr und nimmt ihn hin.
    Lebensglück ist eben nicht IMMER da- unser Leben ist nicht Florida, wo immer die Sonne scheint, eher wie die Alpen,m it ewigem Gletscher eis, Gewitterstürmen, und dem unendlich schönen Sonnenaufgang. Dann ist es so schön, dass jede Zelle nicht anders kann als glücklich zu sein!

  2. Philomenon

    Du hast recht! Es kann aber auch sein, dass man im Moment wo man sich wirklich ganz schlecht fühlt und man dann einen echt armen Menschen sieht, man seine eigenen Kummer zumindest kurzzeitig vergessen kann. Auch wenns nur für eine paar Minuten sein möge.
    Den Schmerz muss man ja sowie so immer durchgehen bzw. durchleben.
    Der Vergleich mit den Alpen ist wunderschön! Den werde ich mir merken.

  3. ein Bauer

    OMG-
    gott verschon uns von allem, was noch schlechter sein könnte!
    Weg´n noch schlechter lebbm´ma net!

  4. jot.be

    Der Artikel passt wunderbar – Besser hätt‘ ich das auch nicht ausdrücken können (wollen) – Das Leben ist nunmal ein ständiges Auf und Ab und man sollte aus jeder schlechten Erfahrung das beste machen … aber wie Du schon meintest:

    „Das ist aber leider leider meist eine verdammt schwere Aufgabe. Eine lange Zeit werden die Wunden immer wieder aufreißen und dem Geist keine Ruhe gönnen.“

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