Das Leben – Eine Achterbahn mit Schubladen

Ja! Das Leben ist eine Achterbahn mit Schubladen! Ein professionelles Gefährt das ein Wohnzug ist. Welches mehrere Waggone hintereinander hat. Einen zum Wohnen, einem zum Arbeiten, einen zum Archivieren, einen zur Freizeitgestaltung und im Laufe der Zeit kommen immer wieder welche dazu.

Das ganze startet im Mutterleib. Zu Beginn ist man mal ganz unten. Schon die neun Monate vor der Geburt beginnt eine Bergfahrt. Sobald man auf der Welt ist steigt die Kurve der Achterbahn noch mal ganz gewaltig an. Es geht bergauf. Die Eltern versuchen die ersten Jahre des Lebens ihres Kindes alles so gut wie irgendwie möglich zu richten.

Nun mal kurz die Achterbahn erklärt. Diese ist ein Mega-Gefährt. Nicht sowas wie im Disneyland. Die Achterbahn ist eine nicht endenwollende Megahochschaubahn der Superlative. Die Fahrkabinen sind nicht nur so kleine Sitzgelegenheiten wo man fest angeschnallt werden muss. Viel mehr ist es eine grössere Kabine in der man sich frei bewegen kann und wo überall Schubladen und Aktenschränke angebracht sind. Natürlich stehen die nicht nur so da. Die sind bombenfest anmontiert so dass nichts passieren kann.

Soweit mal das Grundgerüst. Nun zur Lebensbahn. => Read More

Nach den ersten Lebensjahren und das Hochziehen des Wagens mit voller Mühe durch die Eltern beginnt sich der Wagen langsam selbst zu bewegen. Im Kindergarten und in Volksschule wird der Wagen immer noch gut geschütz und noch kann nicht so viel passieren. Noch ist die Achterbahn nicht so brutal. Man wird älter und immer mehr entwickelt sich die Achterbahn zur brutalsten Hochschaubahn mit den ärgsten Loopings überhaupt. Irgendwann passiert der Wagen das erste mal den derzeit neuen höchsten Punkt, man hat ein perfektes Zeugnis oder ist das erste mal Hals über Kopf über beide Ohren verliebt. Spätestens da ist es, das siebenfache Looping.

Doch irgendwann komm auch die Gegenseite. Man wird von seiner grossen Liebe verlassen oder man merkt man wird betrogen oder bestohlen. Man verliert den Arbeitsplatz. Man fühlt sich nicht wohl. Hoffentlich hat man sich rechtzeitig in der Achterbahn, wo man sich sonst auch frei bewegen darf, da es ja ein Wohnzug ist, fest angeschnallt. Der Wagen begibt sich das erste Mal in eine schlimme Talfahrt. Man weiß nicht was man noch machen soll. Was das Leben für einen Sinn hat. Man denkt sich: „Warum passiert das gerade mir?“.

Hoffentlich gibt es jetzt Menschen, gute Freunde, die auf deiner Seite sind und dir den Rücken stärken. Die sich um dich bemühen. Die dir unter die Arme greifen. Nun werden zum ersten Mal die Schubladen und Aktenschränke wirklich wichtig. Man muss versuchen die Enttäuschungen wegzustecken. Klein zu verpacken und in die Schubladen zu bekommen. Nun noch schnell zu die Lade. Bis kurz bevor man am Boden ankommt mit der Bahn sollte das spätestens erledigt haben. Nun hat man hoffentlich noch genug Schwung und/oder bekommt Hilfe beim Schwung von seinen Freunden, dass man möglichst schnell wieder nach oben kommt.

Diese Aktenschränke werden aber nicht nur bei so grossen Problemen benutzt. Auch alle kleinen Probleme, die man haben kann, sollte man schnellst möglich verarbeiten (also verpacken) und dann vergessen versuchen (also ab in die Schubladen damit). Aber auch die schönen Punkte im Leben gehören verpackt. und schön geordnet damit man seinen Kopf für neue Schönheiten, die das Leben für einen bereit hält, frei hat. Nur muss man die freudigen Punkte nicht für immer wegschliessen. Man tut sie in die Schränke, wo man leichter hinkommen. Wo man nicht so lange danach kramen muss. Wo man einfach immer wieder mal für kurz oder auch für längere Zeit wieder auf machen kann und sich voller Freude daran erinnern kann.

Manche von uns schaffen das herumreißen des Wagens nicht mehr rechtzeitig. Man hat das Gefühl, dass sich plötzlich alle Schubladen und Aktenschränke mit den schlechten Erinnerungen geöffnet haben und die anderen, in denen die guten Punkte geordnet sind und die man eigentlich leichtauffindbar abgelegt hat, bei denen man wenigsten kurzzeitig abschalten könnte, sind nicht mehr da. Man kann die positiven Schubladen nicht öffnen. Es scheint als hätte man ein Schloss davorgehängt und hätte den Schlüssel zumindest vorübergehend verlegt. Manchmal tuschiert der Wagen dann den Boden. Man greift zum Alkohl, zu Drogen oder wird verrückt. Dann ist zuviel auf den Menschen eingeschlagen. Aber auch da kann man mit viel Arbeit und viel Mühe wieder rauskommen. Die negativen Akten wieder ordnen und schlichten ist eine langwirige und sehr beschwerliche Aufgabe. Nur werden die Bäulen immer da sein. Man kann sie ausbessern und ausbeulen. Aber ganz verschwinden werden sie nie.

Ganz schlimm ist, wann die Bahn und/oder die Schubladen überhaupt einen Deffekt haben und der Wagen senkrecht in den Boden fährt. Man den Zug nicht mehr hat lenken können. Dann hat man sein Leben nicht geschafft. Sei es durch Drogen, wo anscheinden keine Freunde da waren und die Schubladen einfach nicht zugingen oder vielleicht nicht einmal auf. Oder die Bahn ist durch äußere Einwirkungen aus den Fugen geraten und man hatte einen Autounfall, ist mit dem Flugzeug abgestürzt oder ist bei einer schweren Krankheit gestorben. Dinge für die man eigentlich gar nichts kann.

Hingegen wenn man einfach am fortgeschrittenen Alter stirbt, dann sind die Schienen einfach nur immer flacher und flacher geworden. Die Bahn ist mit der Zeit einfach ausgerollt.

So schaut die Achterbahn des Lebens aus.

4 Gedanken zu „Das Leben – Eine Achterbahn mit Schubladen

  1. okasan

    wow – hast du dir das alles gedacht? Ist ja unglaublich, wie du deine Sicht auf´s Leben beschreibst! Schubladen? Aktenschränke? Nach deinem Eintrag vom 29.7. dachte ich, du wärst gläubig, aber im heutigen statement kommt Gott nicht vor. Oder göttliche Vorsehung. Oder der freie Wille des Menschen? Oder persönliche Ausprägungen auf welche Weise man dem Schicksal begegnet. Da würd ich gern einmal mit dir sprechen statt schreiben….

  2. Philomenon

    Ja es ist sicher so, dass der Wagen (zumindest zeitweise) durch Gott oder durchs Schicksal gelenkt wird das habe ich nicht erwähnt. Gott schlägt vielleicht einen Weg ein. Deine Aufgabe ist es dann zu versuchen den Weg nach ob halten zu können und den Weg nach unten zu ändern um wieder eine Bergfahrt zu erleben. Aber mit seinen Gedanken muss man ganz selbst zurecht kommen. Zwar kann unsere höhere Macht, die immer über uns wacht, uns helfen die Schubladen schneller zu schliesen (alleine durch den Glauben an ihn) oder vielleicht öffnet er sie auch einmal (weil man zum Beispiel einen Fehler gemacht hat. Ein Sprichwort besagt: ‚Die kleinen Sünden bestraft Gott immer sofort‘. Auch die großen Sünden werden bestraft. Aber das Archivieren und das ‚wegstecken‘ von negativen Gedanken (also Strafen) muss man meist selbst verarbeiten. Das ist ja die Strafe, dass man das selber machen muss.
    Die Waggone sind Aufenthaltsplätze auf denen wir uns begeben und die Aktenschränke sollen das Gehirn darstellen.
    Der Text ist von mir ganz alleine.
    Würde euch gern mal wieder treffen. Dann können wir auch darüber reden.
    Ich wollte hier eigentlich darauf eingehen, wie einem das Leben so vorkommt. Nicht wieso das alles so ist wie es ist.

  3. okasan

    also so mit Sünde oder Bestrafung sehe ich das nicht. Meine Sicht ist so: durch das, was man tut, ergibt sich Karma, das sind dann die Lebensumstände, die jede/r vorfindet, wenn sie/er auf die Welt kommt. Schafft man es in diesem Leben nicht, gibt es ein nächstes und ein nächstes und ein nächstes.

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